Artikel zuletzt aktualisiert am 02.07.2020

Heimwerker und Heimwerkerinnen haben in unserer heutigen Zeit ein äußerst breit gefächertes Betätigungsfeld. Bau- und Fachmärkte stellen die benötigten Materialien zur Verfügung, und der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Ausnahmen bilden jedoch die geschützten Handwerke, zu denen Gas- und Heizungsinstallateure, vor allem aber auch Elektroinstallateure gehören.

Die Arbeit an elektrischen Anlagen, egal ob Neuerrichtung, Erweiterung, Modernisierung, Reparatur oder Wartung gehört zu den gefahrenbehafteten Tätigkeiten. Um sie fachgerecht ausführen zu können, ist eine umfassende Fachkenntnis erforderlich. Die Energieversorgungsunternehmen, die für die ordnungsgemäße Einspeisung und Verteilung von elektrischem Strom in Haushalte, Gewerbebetriebe und andere Einrichtungen zuständig sind, sprechen deshalb vom „Verantwortlichen Fachmann“. Dies ist der Meister oder Ingenieur eines Elektroinstallationsbetriebes oder eines artverwandten Unternehmens, welchem sie eine bis auf Widerruf gültige Errichtererlaubnis erteilen. Von dem Tag an ist dieser Fachmann dafür verantwortlich, dass alle genannten Arbeiten an elektrischen Anlagen von ihm oder seinen Mitarbeitern fachgerecht ausgeführt und dokumentiert werden.

Bereits aus diesen rechtlichen Gründen dürfen Arbeiten an elektrischen Anlagen nicht von Laien ausgeführt werden. Jegliches Engagement im Selbststudium in Ehren – das Gebiet der elektrotechnischen Sicherheit ist viel zu umfangreich, als dass es sich im theoretischen Wissen erarbeiten ließe. Kommt es bei der praktischen Ausführung zu Fehlern, haben diese fast immer mehr oder weniger fatale Folgen. Ein Kabelbrand sei hier noch das geringste Übel, denn der lässt sich reparieren. Kommen jedoch Menschen zu Schaden, im schlimmsten Fall zu Tode, endet die Eigeninitiative von Nichtfachleuten im Fiasko mit all seinen Folgen.

Wer haftet bei Schäden?

Wo gearbeitet wird, geschehen auch Fehler. Das ist beim Elektroinstallateur nicht anders als bei jedem anderen Menschen, der wie auch immer tätig ist. Der Elektroinstallateur bemerkt seinen Fehler jedoch spätestens, wenn er mit seiner Arbeit fertig ist und die Elektroanlage in Betrieb nimmt. Dann führt er nämlich die erforderlichen und vorgeschriebenen Messungen aus, und ein Fehler macht sich durch unzulässige Messwerte bemerkbar. Er besitzt aber auch das Fachwissen, um solche Fehler aufzuspüren und zu beseitigen. In Ausnahmefällen bleiben Fehler aber auch unbemerkt, oder sie treten beispielsweise durch nicht ausreichend sorgfältig ausgeführte Arbeit erst später auf. Dann steht der Verantwortliche Fachmann, also der beim Energieversorgungsunternehmen eingetragene Meister oder Ingenieur, voll in der Haftung, wenn Menschen oder Sachwerte zu Schaden gekommen sind.

Laien hingegen, die an elektrischen Anlagen arbeiten, egal in welcher Form, können diese Tätigkeiten nicht abschließend in einem gesetzlich vorgeschriebenen Messprotokoll dokumentieren. Selbst, wenn sie sich die erforderliche Fachkenntnis angeeignet und die Messgeräte ausgeliehen haben, wird dieses von keinem Versicherer oder Energieversorgungsunternehmen anerkannt. Im Gegenzug ist kaum ein Elektroinstallateur (Verantwortlicher Fachmann) bereit, eine Elektroanlage zu prüfen und mit einem Messprotokoll zu dokumentieren, die er nicht selbst errichtet hat. Zu diesem Zeitpunkt ist es ihm nicht mehr möglich, beispielsweise alle Leitungswege nachzukontrollieren, ob diese nicht durch unzulässige Schutzzonen verlaufen. Er würde seinen Namen unter ein Protokoll setzen, für welches er im Schadensfall haftbar gemacht würde, dessen Grundlagen in Form einer fachgerechten Elektroinstallation er jedoch nicht kennen kann.

Laien sind deshalb für alle Arbeiten an elektrischen Anlagen voll verantwortlich und genießen keinerlei Versicherungsschutz. Im Schadensfall kann dies bei Verlust eines Menschenlebens zum finanziellen, aber auch in den seelischen Ruin führen.

Ist die Heimwerkerei an Elektroinstallationen generell verboten?

Es gibt mehrere gute Gründe dafür, dass Heimwerker und Heimwerkerinnen auch beim Bau ihrer Elektroinstallation gern selbst tätig werden möchten. Im Vordergrund steht dabei meist der finanzielle Aspekt, denn durch Eigenleistungen lassen sich durchaus bis zu 30 Prozent der Bausumme einsparen. Viele von ihnen lockt aber auch der Stolz über das selbst Geschaffene, und das ist völlig verständlich. Nur so kann man sich später noch ziemlich genau erinnern, wo welche Leitungen verlegt worden sind und wo beispielsweise eventuelle Reserverohre enden. Die praktische Vorgehensweise ist gar nicht so kompliziert:

Auch wenn jeder Boom irgendwann abebbt – zurzeit durchlaufen wir eine Phase, in der die Handwerker aller Branchen kaum noch ihre vielen Aufträge bearbeiten können. Deshalb ist auch so mancher von ihnen froh, wenn er tatkräftige Unterstützung seitens seiner Auftraggeber erfährt. Dazu gehören vor allem einfache Helfertätigkeiten, die seinen Zeitrahmen zusätzlich belasten würden, indem sie von seinen fachlich geschulten Mitarbeitern ausgeführt werden müssten. Viel lieber nimmt er die Muskelhypothek seiner Auftraggeber in Anspruch. Er leitet diese an und überprüft abschnittsweise die fachgerechte Ausführung. Das spart wertvolle Zeit, und sein Kunde profitiert monetär, denn diese Arbeiten werden ihm selbstverständlich nicht in Rechnung gestellt. Zu solchen Arbeiten gehören vor allem

  • stemmen und fräsen von Mauerschlitzen,
  • bohren von Dosenlöchern und setzen der Dosen,
  • Kabel und Leitungen nach Abstimmung mit dem Elektriker verlegen,
  • dgl. Leerrohre sowie
  • Kabel und Einzeldrähte nach Abstimmung mit dem Elektriker einziehen.

Der Einbezug des Fachmannes hat finanzielle Vorteile

Angenommen, Heimwerker und Heimwerkerinnen wollen selbst Arbeiten an ihrer Elektroanlage ausführen, sind sie fast ausschließlich auf den Kauf im Baumarkt angewiesen. Die große Mehrzahl der Elektroinstallationsbetriebe verkauft kein Material an Privatpersonen, wenn sie sich nicht sicher sein können, dass dieses auch fachgerecht verarbeitet wird. Elektrogroßhändler verkaufen ebenfalls fast nie Elektromaterial an Privatpersonen ohne Errichtergenehmigung.

Dieser Kauf im Baumarkt kommt ihnen teuer zu stehen. Sie können nicht wissen, dass Fachleute angesichts der Preise vor allem für Kabel und Leitungen oder Schalterprogramme nur mit dem Kopf schütteln. Noch dazu stammen, gerade bei den Schalterprogrammen, viele Baumarktprodukte von unbekannten Herstellern, die der Fachelektriker niemals einbauen würde. Da fehlen die heute allseits üblichen Steckklemmen oder eine Schraubverbindung wird beim Festziehen überdreht. Selbstverständlich verkaufen die Baumärkte auch Markenprodukte, aber dies zu einem noch höheren Preis.

Der Kauf beim Elektrofachmann ist fast immer finanziell günstiger, denn dieser berechnet nur seine Gewinnspanne, und die ist immer noch niedriger als der Baumarktpreis. Darüber hinaus verkauft er nur Materialien, von deren Wertigkeit er sich bereits selbst überzeugt hat, und mit denen die zukünftige Elektroanlage auch einen Langzeitwert besitzt.

Damit schließt sich der Kreis. Es ist hinsichtlich aller Aspekte günstiger, einem zugelassenen Elektrofachmann sein Anliegen zu unterbreiten, Eigenleistungen zu vereinbaren und überwachen zu lassen, das Material bei ihm zu kaufen und schließlich die Elektroanlage fachgerecht in Betrieb nehmen zu lassen.

Worauf sollten Selberbauer bei der Ausführung zulässiger Arbeiten achten?

Sobald sich Heimwerkerinnen und Heimwerker entschieden haben, ihre Elektroarbeiten unter Anleitung eines Elektrofachmannes auszuführen, gehen sie mit ihm ein Vertrauensverhältnis ein. Sie sollten sich körperlich und zeitlich zur termingerechten Ausführung der Arbeiten befähigt fühlen, aber auch über die erforderlichen handwerklichen Fertigkeiten verfügen. Andererseits sollen sie mit diesen Voraussetzungen aber auch dem Fachmann das Gefühl vermitteln, dass er sich auf die fachgerechte Ausführung verlassen kann. Schließlich kann er nicht ständig und bei jedem Arbeitsgang daneben stehen und kontrollieren.

Grundvoraussetzung für eine qualitativ einwandfreie Ausführung der Zuarbeiten für den Elektrofachmann ist geeignetes Werkzeug. Dies beginnt bereits beim Herstellen der Mauerschlitze. In Fachkreisen wird verlangt, dass alle Stemm- und Schlitzarbeiten „unter Verwendung mauerwerksschonender Werkzeuge“ auszuführen sind. Das ist zwingende Notwendigkeit, denn jede schwerwiegende Erschütterung von Wänden, Decken und Fußböden kann deren innere Struktur beschädigen. Der schwere Stemmhammer darf deshalb weitestgehend nicht verwendet werden. Viel besser ist es, die Mauernutfräse mit Absaugvorrichtung beim Elektriker auszuleihen. Er wird in eigenem Interesse gern Hinweise geben, wie diese Maschine fachgerecht eingesetzt wird.

Sind die Mauerwerksschlitze hergestellt, folgt die Leitungsverlegung. Die große Mehrzahl der Elektriker bevorzugt es, wenn Kabel und Leitungen vor dem Einführen in Schalter- und Abzweigdosen oder Geräte abgemantelt werden. Das Küchenmesser oder ein Cuttermesser sind hier völlig fehl am Platz, denn sie ritzen unbemerkt die Adern mit ein, und dort können sich später Kriechströme bilden, die zum Kurzschluss oder Kabelbrand führen. Es gibt mehrere Modelle von Abmantlern, mit denen Kabel und Leitungen fachgerecht bearbeitet werden können.

Großes Augenmerk gilt bei der Kabel- und Leitungsverlegung der Umgehung von Schutzbereichen. Die bestehen vor allem in Nassbereichen, in deren Schutzzone 1 eine Leitungsverlegung völlig verboten ist. Hier müssen die Anleitungen des Elektrofachmannes unbedingt eingehalten werden, und ratsam ist es, diese Bereiche vor dem Verschluss der Wände mittels eines Fotos zu dokumentieren.

Kabel und Leitungen dürfen nur mit isolierendem Befestigungsmaterial fixiert werden. Dazu gehören Kabelbinder, Nagelscheiben, Sammelhalter, Gipsbinder und vieles andere. Schräg eingeschlagene Nägel und Hakennägel können die Kabelisolierung verletzen und sind deshalb verboten.

Dem Arbeitsschutz gilt selbstverständlich auch bei der Ausführung von Heimwerkerarbeiten unbedingte Aufmerksamkeit. Bei der Ausführung von Bohr- und Schlitzarbeiten, vor allem auf Leitern wirken Kräfte, die beherrschbar bleiben müssen. Technisch einwandfreie und unbeschädigte Leitern sowie andere Steigehilfen sind deshalb unabdingbar.

Hier noch einmal kurz zusammengefasst:

  • nur geeignetes Werkzeug verwenden
  • spezielle Maschinen beim Elektriker oder Baumarkt ausleihen
  • die vom Elektriker festgelegten Kabelwege einhalten (Umgehung von Schutzzonen)
  • fachgerechte Kabelbefestigung
  • Einhaltung des Arbeitsschutzes

Typische Fehler, die bei der Heimwerkerei ohne Anleitung durch den Fachmann passieren

1. Vernachlässigter Schutzleiteranschluss

Ein einphasiger Wechselstromanschluss mit einer Spannung von 230 Volt besteht aus dem stromführenden Leiter L1, dem Nullleiter N sowie dem Schutzleiter PE. Bei einem Kraftstromanschluss von 380 Volt sind dies drei stromführende Leiter L1 bis L 3, der Nullleiter N sowie der Schutzleiter PE. Eine Leuchte, ein einphasig angeschlossenes Gerät oder ein Gerät mit Kraftstromanschluss funktioniert, sobald es durch den Anschluss mit L und N stromversorgt wird. Besitzt es ein metallisches Gehäuse, benötigt es unbedingt den Schutzleiteranschluss PE, damit dieses bei einem Defekt nicht unter Spannung stehen kann.

Dieser Anschluss wird besonders bei Leuchten sehr häufig vernachlässigt. Die Leuchte funktioniert, das Gerät kann eingeschaltet werden, und dieser pure Leichtsinn macht sich erst bemerkbar, wenn das Gehäuse unter Spannung steht. Dann kann bereits ein Leuchtmittelwechsel lebensgefährlich werden.

2. Falscher Leitungsquerschnitt

Der gebräuchlichste Leitungsquerschnitt für Elektroanlagen im heimischen Umfeld beträgt 1,5 qmm Kupfer bei erforderlicher Anzahl der Adern. Eine Faustregel besagt, dass die maximale Absicherung für diesen Querschnitt 10 Ampere beträgt (dies ist auch abhängig von der Kabellänge). Die meisten einphasigen Geräte benötigen jedoch eine Absicherung mit 16 Ampere. Steckdosenstromkreise und Geräte-Direktanschlüsse sollten deshalb immer mit dem Kabelquerschnitt 2,5 qmm Kupfer erfolgen.

Die Überlastung einer Elektroanlage infolge eines zu geringen Leitungsquerschnittes kann zur Beschädigung ihrer Anschlüsse und schlimmstenfalls zum Anlagenbrand führen.

3. Fehlender FI-Schutzschalter

Alle Teile einer Elektroanlage, die besonderen Bedingungen wie Feuchtigkeit ausgesetzt sind, müssen zusätzlich zum Leitungsschutzschalter über einen Fehlerstromschutzschalter (FI-Schutzschalter) abgesichert werden. Dieser bewirkt, dass der entsprechende Stromkreis im Fehlerfall sofort abgeschaltet wird.

Bei Nachinstallationen ohne fachliche Anleitung durch den Elektrofachmann, beispielsweise für eine Außensteckdose, wird häufig auf die nächstgelegene Anschlussmöglichkeit zurückgegriffen. Das kann beispielsweise eine Steckdose im dahinterliegenden Wohnraum sein. Diese ist jedoch nicht über einen FI-Schutzschalter abgesichert, und die zusätzliche Außensteckdose wird bei Verwendung eines defekten Gerätes zur hochgradigen Gefahr.

4. Vergessener Fundamenterder

Bei der Neuerrichtung eines Bauwerkes, welches mit einer Elektroanlage ausgestattet wird, muss entsprechend der DIN EN 18014 und anderer ein Fundamenterder mit eingearbeitet werden. Dies betrifft das Ein- und Mehrfamilienhaus genauso wie das Wochenendhäuschen. Dieser Fundamenterder dient der „Erdung“ der Elektroanlage.

Es passiert nur allzu häufig, dass Selberbauer bei der Errichtung des Fundamentes und/oder der Bodenplatte diesen Fundamenterder vergessen. Dann wird der Elektrofachmann die Messung und Inbetriebnahme der vom Laien errichteten Elektroanlage bereits aus diesem Grund ablehnen.

5. Nicht ausreichender Schutzgrad

Elektrische Einrichtungen, Installationsmaterial und Geräte sind durch einen Schutzgrad IP gekennzeichnet. Er sagt aus, inwieweit sie vor schädlichen Einflüssen durch Feuchtigkeit geschützt sind. Erkennbar sind Geräte mit einem hohen Schutzgrad an abdichtenden Verschraubungen oder sonstigen Abdichtvorrichtungen. Daraus ergibt sich oftmals eine größere Bauform als bei gleichartigen Objekten mit geringerem Schutzgrad, und viele von ihnen sehen auch nicht so gefällig aus.

Das verleitet viele Selberbauer dazu, beispielsweise unter einem Vordach Elektroinstallationen mit nur geringem Schutzgrad zu installieren. Schließlich schützt das Dach die Schalter, Abzweigdosen, Leuchten & Co. schließlich vor Feuchtigkeit.

Dem ist nicht so. Bereits die hohe Luftfeuchtigkeit je nach Jahreszeit bewirkt ein Eindringen in die genannten Geräte. Verbindet sie sich mit eingedrungenem Schmutz und/oder Rückständen von Insekten, entstehen Kriechströme, die früher oder später zum Brand führen können.

Fazit: Diese fünf typischen Beispiele aus der alltäglichen Praxis und noch viele andere zeigen auf, dass die Errichtung von Elektroinstallationen einschließlich dem Anbringen von Leuchten und dem Austausch von Steckvorrichtungen in die Hand des Elektrofachmannes gehören. Es zieht sich wie ein roter Faden durch, dass Arbeiten unter seiner Anleitung möglich sind. Diese müssen jedoch jederzeit kontrollierbar und nachvollziehbar sein. Deshalb gilt als Faustregel:

Überall, wo an offenen Kabel- und Leitungsenden gearbeitet werden muss, sind Selberbauern klare Grenzen gesetzt, und der Elektrofachmann ist zuständig.

Darf ein Fachelektriker Elektroarbeiten privat ausführen?

Zu diesem Thema existieren nur wenige Definitionen, und es enthält eine mehr oder weniger große Grauzone. Grundsätzlich sollte man davon ausgehen können, dass ein Elektroinstallateur mit Facharbeiterabschluss einfache Elektroarbeiten selbst ausführen kann. Mit zunehmender Berufspraxis sollte er auch zur Ausführung komplexeren Aufgabenstellungen in der Lage sein. Wer Elektroarbeiten privat ausführen lassen möchte, sollte dementsprechend einen Elektriker wählen, der auch über ausreichende Berufspraxis verfügt.

Eine völlig andere Problematik ergibt sich aus der rechtlichen Situation. Wie bereits beschrieben, benötigt ein Elektriker zur Ausführung von Elektroarbeiten eine Errichtererlaubnis vom Energieversorger. Um diese zu erhalten, muss er einen Meisterabschluss oder ein adäquates Ingenieurstudium vorweisen. Dann dürfen er und seine Mitarbeiter Elektroarbeiten ausführen.

Wenn sich ein Elektriker entschließt, Elektroarbeiten auf privater Basis auszuführen, ist er für alle Folgen daraus zunächst selbst verantwortlich. Deshalb sollte er seinen Meister grundsätzlich mit einbeziehen. Dazu zwei Beispiele:

Beispiel 1) Installiert er bei seinen Bekannten einen zusätzlichen Steckdosenstromkreis, sollte man davon ausgehen können, dass er zu einer solchen einfachen Arbeit fachlich in der Lage ist. Unterläuft ihm dennoch ein Fehler, trägt er für dessen Folgen die volle Verantwortung. Hat er jedoch seinen ausführungsberechtigten Meister über seine Absicht informiert, bezieht er ihn in die rechtliche Situation mit ein. Der Meister tut gut daran, die Arbeiten als eigenen Auftrag ausführen zu lassen. Dann steht selbstverständlich er in der rechtlichen Verantwortung. Lässt er seinen Mitarbeiter die Arbeit unbeauftragt ausführen, entsteht die eingangs besagte Grauzone.

Beispiel 2) Jemand möchte in seinem Einfamilienhaus die Elektroanlage neu errichten lassen. Dazu gehören bekanntermaßen ein Hausanschluss sowie ein Zählerschrank mit Zähleinrichtung. Deren Beantragung beim Energieversorger, die eigentliche Installation einschließlich der Abnahme und Inbetriebnahme sowie die Beantragung des Zählereinbaus darf nur der errichterberechtigte Meister in die Wege leiten. Bis dahin ist es nicht möglich, dass ein Elektriker diese Arbeiten privat ausführt.

Nach dem Zählerabgang erfolgt in Energieflussrichtung die übliche Hausinstallation. Sie kann durchaus ziemlich komplex sein. Entschließt sich der Elektriker, diese Arbeiten privat auszuführen ohne seinen Meister mit einzubeziehen, trägt er auch hier die volle Verantwortung. Besteht jedoch zwischen ihm und seinem Meister ein ausreichendes Vertrauensverhältnis, kann dieser sein Zutun auf die Abnahme und Inbetriebnahme beschränken. Dann geht aber auch hier die Verantwortung auf den Meister über.

Heimwerkerinnen und Heimwerker dürfen auch selbst tätig werden

In einem der vorangegangenen Absätze wurde bereits die Faustregel genannt, dass offenliegende Kabelenden die Grenze der Möglichkeiten für Selberbauer darstellen. Präzise bedeutet dies, dass sie nicht einmal eine Leuchte an die Leitungsenden der Elektroinstallation anschließen dürfen. Auf die Gefahr, welche von nicht oder falsch angeklemmten Schutzleitern ausgeht, wurde bereits im Absatz „typische Fehler…“ hingewiesen. Das Gleiche gilt für das Austauschen von Schukosteckern und -kupplungen.

Beim Austausch von Verschleißprodukten dürfen Selberbauer jedoch tätig werden, wenn sie über das handwerkliche Know-how verfügen. Dazu gehören vor allem Leuchtmittel in jeglicher Art von Leuchten. Eine Ausnahme bilden beispielsweise schutzisolierte Leuchten, die nur mit Spezialwerkzeugen in der Fachwerkstatt geöffnet werden können. Beim Leuchtmittelwechsel tragen Selberbauer die volle Verantwortung dafür, dass sie das passende Modell auswählen und dieses auch fachgerecht einsetzen. Ratsam ist in jedem Fall, das Ersatzleuchtmittel durch Vergleich mit dem defekten Leuchtmittel auszuwählen. Während des Austausches sollten sie den entsprechenden Stromkreis durch Ausschalten des Leitungsschutzschalters vom Netz trennen und jeden Schritt der De- und Montage sorgfältig nachvollziehen.

Eine Idee zu “Elektroinstallation selber machen – Wer darf was? [Ratgeber]

  1. Tyler Padleton sagt:

    Vielen Dank für diesen umfangreichen Artikel zu Elektroinstallationen und welche man davon selbst ausführen darf. Mein Bruder arbeitet seit ein paar Monaten an seinem Haus und möchte sich nun um die Elektroinstallationen kümmern. Er möchte für die Hauptaufgaben allerdings einen Meister Elektriker einstellen und mit kleinen Tätigkeiten helfen. Dank Ihres Beitrages wird er eine gute Übersicht haben, welche kleinen Arbeiten er gegebenenfalls selbst ausführen kann.

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